Anwendung

Photokatalyse in Infrastruktur & Bau

Für photokatalytische Baustoffe existieren standardisierte Prüfverfahren zur NO-Entfernung. Die Übertragung auf reale Straßenräume hängt jedoch von Fläche, Licht, Wetter, Stofftransport und weiteren Randbedingungen ab.

QuellenorientiertPrüfbedingungen klar benanntProduktpfade transparent

Werden photokatalytische Oberflächen bereits in Städten eingesetzt?

Ja. Dokumentierte Anwendungen umfassen unter anderem photokatalytisch beschichtete Riesenposter und textile Fassadensysteme. Beispiele sind Werbekampagnen in Düsseldorf, Essen und Berlin sowie Fassadenprojekte in Hamburg und Köln. Ergebnisse und Vergleichswerte müssen jeweils der verwendeten Technologie und ihrer Quelle zugeordnet werden.

Weiterlesen: Photokatalytische Werbeflächen · Prüfmethoden

WISSEN · AUSSENLUFT · STICKOXIDE

NOₓ-Abbau durch Photokatalyse

Stickstoffoxide (NOₓ) sind Luftschadstoffe. Geeignete lichtaktivierte Oberflächen können NO und NO₂ an der Oberfläche chemisch umsetzen. Wie viel davon unter realen Bedingungen geschieht, ist projektabhängig.

Was passiert an der Oberfläche?

Bei geeigneten Titandioxid-Systemen kann Licht photokatalytische Reaktionen auslösen. Stickoxide können dabei zu oxidierten Folgeprodukten umgesetzt werden. Auch mögliche Nebenprodukte und deren Verbleib sind für die Bewertung relevant.

Was beeinflusst die Wirkung?

Lichtangebot und Spektrum, aktive Oberfläche, Luftströmung, Feuchte, Schadstoffkonzentration, Verschmutzung und Alterung beeinflussen das Ergebnis.

Wie wird NOₓ-Abbau geprüft?

Definierte Laborprüfungen liefern vergleichbare Werte für die untersuchten Bedingungen. Daraus abgeleitete Jahreswerte sind Modellrechnungen, keine automatisch vor Ort gemessenen Luftqualitätsverbesserungen.

Fachliche Einordnung: Die Wirksamkeit hängt vom Material, Licht, Standort und weiteren Randbedingungen ab. Laborwerte und Modellrechnungen sind keine Garantie für eine bestimmte reale Luftqualitätsverbesserung. Prüfmethoden verstehen →

STÄDTISCHE FASSADEN UND NOₓ-ABBAU

Virtuelle Bäume: Bestehende Fassaden aktivieren

Bäume pflanzen, wo es möglich ist. Fassaden aktivieren, wo es nötig ist.

Gerade in dicht bebauten Innenstädten fehlt häufig Platz für zusätzliche Bäume. Photokatalytische Direktbeschichtungen ermöglichen es, geeignete Fassaden und Betonflächen für den NOₓ-Abbau zu funktionalisieren.

1.000 m² aktive Fassadenfläche = 70 Bäume

Die Baumäquivalenz beschreibt den NOₓ-Abbau nach der Berechnung von PHOTOKAT. Sie ist kein Vergleich weiterer Funktionen natürlicher Bäume.

Praxisbeispiele: Hamburg und Köln

Photokatalytisch aktive Textilfassaden wurden unter anderem am ECE-Campus in Hamburg und an der Volkshochschule Köln eingesetzt und untersucht. Diese Projekte zeigen einen Umsetzungsweg für aktive Gebäudehüllen.

Direktbeschichtung statt zusätzlicher Textilfassade

Ein anderer Ansatz ist die Beschichtung der vorhandenen, geeigneten Fassadenoberfläche. So können zusätzliche Textilmembranen und Trägerkonstruktionen entfallen. Je nach Gebäude und Genehmigung kommt auch eine drohnengestützte Applikation in Betracht.

PHOTOKAT: Fassadenlösungen und NOₓ-Abbau → · Technische Vertiefung →